Die schönste Aussicht über Mauritius – hinauf zum Le Morne Brabant

Die schönste Aussicht über Mauritius – hinauf zum Le Morne Brabant

November 24, 2018 0 Von ThisGirlIsEverywhere

Ja, heute wird ein anstrengender Tag! Es geht auf die Halbinsel Le Morne im äußersten Südosten von Mauritius, wo ein Berg mit einer einzigartigen Aussicht über die Insel und das türkisblaue Meer mitsamt seinen vorgelagerten Korallenriffen auf die Tigerente warten 🙂

Die Halbinsel ist wohl das prägendste Landschaftsmerkmal im Relief von Mauritius: Sie erinnert in ihrer Form an den Kopf eines Hammerhaies und ist ein traumhaftes Fotomotiv!

Le Morne wird dominiert von Traumstränden und dem 556 m hohen Berg Le Morne Brabant – und den muss die Tigerente erklimmen, wenn sie in den Genuss des einmaligen Ausblicks kommen möchte…

 

Der Le Morne Brabant – über 480 Höhenmeter zum erklimmen und dann ist man noch nicht mal oben!

 

Hoch geht´s! Bei 34 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ist das extrem antrengend, zumal der Pfad auf den letzten 200 Höhenmetern extrem (!) steil ansteigt. Zum Teil geht es im 80 Grad Winkel empor, also beinahe senkrecht! Hier muss jeder Schritt sitzen und auch Arme und Hände müssen benutzt werden. Die Tigerente ist mittlerweile klitschnass geschwitzt… Auf dem Weg nach oben bekommt sie von herabsteigenden Wanderen die aktuelle Entfernung zum Gipfel durchgesagt und die Kletterer motivieren sich gegenseitig. Aber wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis und nach etwa 500 Höhenmetern (bis ganz nach oben kommt man leider nicht, das ist selbst nach mauritischen Sicherheitsmaßstäben nicht akzeptabel) ist das Ziel erreicht. Ja, das hat sich gelohnt!

 

Ausblick vom Le Morne Brabant Richtung Norden.

 

Was für eine Wasserlandschaft!

 

Wie steil die Hänge des Le Morne Brabant wirklich sind, lässt sich auf diesem Bild vielleicht erahnen.

 

Erst von oben gesehen wird wirklich klar, in wie vielen verschiedenen Blautönen das Meer rund um Mauritius schimmert!

 

Vom “Gipfel” auf etwa 490 Höhenmetern bietet sich ein atemberaubender Blick! Die Tigerente muss unwillkürlich daran denken, dass eine Legende besagt, Gott habe das Paradies nach dem Vorbild von Mauritius erschaffen: Feiner weißer Sand, türkis-glitzerndes Wasser und grüne Filaos-Haine; ja, da könnte etwas dran sein 🙂 Man kann von hier oben auch den Unterwasser-Wasserfall sehr gut erkennen; ein weltweit einzigartiges Phänomen. Dabei wirkt es, als würden unterhalb der Meeresoberfläche türkisfarbene Wassermassen in das tiefe Blau des Ozeans hinabstürzen, was besonders gut aus der Vogelperspektive zu erkennen ist. In Wahrheit handelt es sich jedoch um eine – wenngleich beeindruckende – optische Täuschung: Die Strömungen des Indischen Ozeans nehmen Sand von der Küste auf und spülen ihn in die tieferen Gewässerschichten. So entsteht der Eindruck fallender Wassermassen. Tatsächlich stürzen aber nur die mitgespülten Sandmengen hinab, da das schwerere Sediment in die Tiefe sinkt.

 

Der “Unterwasser-Wasserfall” von Mauritius zieht das Sediment in Richtung des offenen Meeres.

 

Nachdem sie dieses einzigartige Panorama genossen und sich vom Aufstieg ein wenig ausgeruht hat, geht’s nun wieder hinab und wenn auch der Aufstieg noch Spaß gemacht hat, ist der Abstieg gerade zwischenzeitlich beinahe eine Qual. Über mehrere Passagen kommt die Tigerente nur sitzend und rutschend hinweg, andere wiederum muss sie hinabsteigen wie eine Leiter – nur, dass es keine Treppenstufen gibt.

 

Eine der Passagen, wo es nur auf Händen und Füßen hinab geht. Beim Abstieg noch herausfordernder als beim Aufstieg und auf dem Foto kommt die Steigung nicht einmal richtig zur Geltung.

 

Als sie endlich unten angekommen ist, besucht die Tigerente das Mahnmal zum Gedenken an die Zeit der Sklaverei auf Mauritius. Denn so idyllisch der Le Morne Brabant inmitten tropischer Gewässer, weißer Sandstrände und üppigen Grüns auch liegen mag: Der Berg ist nicht wegen seiner Schönheit, sondern wegen seiner engen Verknüpfung zur Geschichte der Sklaverei auf Mauritius im Jahr 2008 in das UNSECO-Weltkulturerbe aufgenommen worden: Mauritius war aufgrund seiner günstigen Lage zwischen Afrika und Asien zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine ideale Drehscheibe für den Sklavenhandel. Zeitweise waren sogar 80 % der Inselbevölkerung Sklaven. Die Höhen des Le Morne Brabant wurden von entflohenen Sklaven als Versteck vor den französischen Herrschern von Mauritius genutzt. Als die Engländer die Insel im Jahr 1820 eroberten und die Sklaverei abgeschafft hatten, wollten sie den Entflohenen die frohe Kunde überbringen. Also schickten sie Polizisten in die Region, die die Nachricht übermitteln sollten. Die Sklaven aber glaubten beim Anblick der Uniformierten, dass sie entdeckt worden seien und stürzten sich aus lauter Verzweiflung und Angst vor erneuter Gefangenschaft die steilen Hänge des Berges hinunter in den Tod.

 

Am 1. Februar, dem Tag der Sklavenbefreiung, findet hier am Fuße des Le Morne Brabant eine Zeremonie mit einer Kranzniederlegung statt, die an das traurige Kapitel der Inselgeschichte erinnert.

 

Trotz dieser tragischen Vergangenheit ist Le Morne heute ein sehr exklusiver Ort mit teuren Luxushotels, einem riesigen Golfplatz, der ebenfalls zu einem der Resorts gehört, und paradiesischen Sandstränden. Am öffentlichen Strand treffen sich Surfer und Kitesurfer, im Norden der Halbinsel kann man dem Vernehmen nach wunderbar schnorcheln. Dazu fehlt aber nach der Kletterei beim besten Willen die Energie und vor allem schmerzen die Fußsohlen so sehr, dass die Tigerente heute keinen zwingend erforderlichen Schritt mehr laufen wird 😉

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